Die Menstruationstasse – eine Alternative zum Tampon?

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Tampon und Binde sind die typischen Begleiter einer Frau während ihrer monatlichen Blutung. Während in den jungen Jahren die Mädels gerne zur Binde greifen, um ihre ersten Regelblutungen aufzufangen, möchte die moderne Frau in ihrem Alltag kaum von der Regel beeinflusst werden. Gerne greift man in diesem Fall zu einem Tampon, der dafür sorgt, dass die Blutung nicht in die Unterwäsche abfließen muss und die Blutung bereits im Körper aufgefangen wird.

Tampon

Der moderne Klassiker – der Tampon

Das Problem beim Tampon liegt jedoch eindeutig dafür, dass er sich relativ schnell vollsaugt. Speziell an den starken Tagen der Regel kann ein Tampon bereits nach 2 Stunden „voll“ sein. Auch das Einführen eines Tampons ist nicht immer ganz schmerzfrei. Denn das relativ hartgepresste Wattegewebe eines Tampons kann durchaus an den Scheidenwänden reiben, wenn es eingeführt wird. Sitzt der Tampon nicht optimal, so fängt er an zu stören und fühlt sich wie ein Hartkörper an. So sind Tampons zwar perfekt, wenn man Sport treiben möchte. Ist man jedoch viel unterwegs, so kann das häufige Wechseln als störend empfunden werden.

Die Binde – die einfache Lösung

Die Binde stellt für mich persönliche die praktische Lösung im Vergleich zum Tampon dar. Allerdings ist sie kaum „sporttauglich“. Praktisch ist sie dahingehend, dass sie einfach in einen Slip eingeklebt wird und los geht’s. Hat man allerdings mit stärkeren Blutungen zu kämpfen, so ergibt sich das Problem, ob etwas daneben geht. Das Gefühl der feuchten Binde auf der Haut ist ebenfalls ein Minuspunkt, der als störend empfunden wird. Denn auch die wasserabweisende Vliesoberfläche kann nicht vermeiden, dass die Oberfläche der Binde einen kleinen Teil an Flüssigkeit absondert. Diese Menstruationsflüssigkeit fühlt sich nicht nur unangenehm an, sondern erzeugt ein Gefühl von Unsauberkeit und Nachgeruch. Persönlich habe ich das Gefühl, während meiner Regel zu stinken. Ein ständiges Bindenwechseln ist aufgrund der Müllentwicklung auch nicht das A und O der Monatshygiene. Auch der Geruch, der sich anschließend in der Mülltonne des Badezimmers entwickelt ist eher unangenehm und zwingt dazu die Mülltonne so schnell wie möglich zu leeren.

Eine Alternative zu Tampon und Binde – gibt es das?

Bereits seit sage und schreibe 75 Jahren gibt es eine absolute Alternative zum Tampon und Binde. Allerdings ist diese Lösung in der Bevölkerung kaum bekannt. Denn die Werbung und Drogeriemärkte suggerieren der Damenwelt die müllproduzierende Einweglösung ohne auf die müllsparende Alternative hinzuweisen!

Menstruationskappe, Menstruationsbecher & Menstruationstasse – das sind alles Bezeichnung für ein und den selben Gegenstand. Dabei handelt es sich um einen kleinen elastischen „Becher“, der in die Scheide eingeführt werden kann, um die Regelblutung aufzufangen. Diese Menstruationstasse, wie sie am häufigsten genannt wird ähnelt einer Kappe und ist aus elastischem Silikon gefertigt. Es gibt dafür unterschiedliche Hersteller und Ausführungen. Das Grundaussehen ist immer wieder das selbe, jedoch sind die Menstruationsbecher aus unterschiedlich elastischem Material gefertigt. So gibt es Menstruationskappen in softer, medialer und fester Beschaffenheit. Die soften Varianten sollen speziell für den sportlichen Einsatz besonders empfehlenswert sein, während die härteren Arten für mehr „Halt“ sorgen sollen.

Auch was die Größe angeht, gibt es bei den Menstruationstassen unterschiedliche Ausführungen. Für Damen, in jungen Jahren und ohne vorherige Entbindung gibt es diese Cups in kleinen Größen und für ältere Damen die größeren Kappen mit einem höheren Auffangvolumen und Umfang. In der Länge sind beide Menstruationskappen in etwa gleich Lang, wobei gewöhnlich der Rückholgriff bei den kleineren Bechern länger ist, um die Länge auszugleichen. Der Rückholgriff an der Menstruationstasse wird von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich angeboten. Es gibt dabei einfache, flache geribbte Griffe wie auch Kugeln oder andere Formen. Generell ist der Griff nicht zwingend erforderlich, so gibt es auch Hersteller, welche diese Becher ohne Griff anbieten. Wer sich beim Tragen vom Griff gestört fühlt, kann den Griff auch selber abschneiden. Dabei sollte man jedoch aufpassen, dass die „Tasse“ nicht beschädigt wird.

Das Prinzip der Menstruationstasse

Im Grunde ist die Idee der Menstruationstasse denkbar einfach. Sie stellt einen Becher dar, der die Regelblutung im Inneren sammelt. Der Unterdruck, der beim Einsetzen erzeugt wird, sorgt dafür, dass die Menstruationskappe nicht aus dem Scheideninneren rutscht. Ein Menstruationsbecher kann je nach Ausführung eine Menge von über 30 ml Blut während der Periode aufnehmen. Somit ist sie vergleichbar mit einem Tampon in XL Version. Zu beachten bleibt dabei jedoch, dass ein Tampon nicht nur Blut, sondern auch andere Körperflüssigkeiten aufsaugt. Beim der Menstruationskappe hingegen wird keine andersweitige Flüssigkeit aus den Scheidenwänden aufgesaugt, da diese nur Fließendes auffängt. Damit trocknen die Scheidenwände nicht aus – und das besonders an den schwächeren Tagen der Regel, an denen der Tampon zwar voll wird, jedoch kaum Blut darin enthalten ist! Zusätzlich bleibt zu erwähnen, dass eine Menstruationstasse nicht überläuft, wenn sie voll ist. Anders beim Tampon, der durchaus Blut abgibt, wenn er voll wird. Eine Menstruationstasse kann bis zu 12 Stunden in der Scheide verbleiben und kann somit ohne Stress 2 – 4 mal täglich geleert werden. 

Besonders beim Tragen eines Bikinis punktet die Menstruationskappe auf vollen Längen, denn kein störender Bindfaden, wie es bei Tampons der Fall ist, kann aus dem Bikinihöschen herausrutschen. Im Vergleich zur Binde wird die Menstruationstasse natürlich komplett unsichtbar. Wer sich dennoch speziell am Anfang mit der Menstruationskappe unsicher ist, kann zusätzlich eine Slipeinlage verwenden.

Das Einsetzen der Menstruationstasse

Wer schon einmal einen Tampon eingesetzt hat, wird schnell feststellen, dass es bei der Menstruationstasse nicht viel anders ist. Bevor das gute Stück jedoch zum ersten Mal benutzt wird, sollte es in kochendem Wasser für etwa 3 Minuten sterilisiert werden. Auch die Hände sollten vor dem Einsetzen wie beim Tampon gewaschen werden, um keine Keime in die Scheide mit einzuführen. Der desinfizierte Menstruationsbecher wird nun zweifach gefaltet, damit er durch den Scheideneingang geführt werden kann. Nun kann er im nächsten Schritt in die Vagina eingeführt werden. Auch die typische Haltung des Körpers wie beim Tamponeinsetzten ist dabei von Vorteil. Schieben Sie den Menstruationsbecher so weit in den Vaginaleingang ein, bis sie ihn gerade noch erspüren können. Eigentlich „poppt“ der Silikonbecher in der Scheide von selber wieder auf. Sie können ihn jedoch mit den Fingern noch in Position bringen, damit er richtig sitzt. Von Vorteil ist es auch die Vaginalmuskeln anzuspannen und anschließend zu entspannen, damit der Menstruationsbecher in die richtige Position gelangt.

 

Das Tragen des Menstruationsbechers

Das Tragen des Menstruationsbechers sollte kaum zu spüren sein. Wer Schmerzen oder dergleichen verspürt, sollte den Sitz und den Griff des Bechers prüfen. Besonders der Griff kann für große Unbehaglichkeit und Schmerzen sorgen. Sie können ihn kürzen oder ganz abschneiden. Allerdings sollten Sie vor dem Abschneiden prüfen, ob Sie selber den Cup ohne Griff entfernen können.

Das Herausnehmen der Menstruationstasse

Wenn Sie merken, dass der Menstruationsbecher sich füllt, oder einige Stunden nach dem Einsetzen vergangen sind, sollten Sie die Menstruationstasse entfernen und reinigen. Gehen Sie dabei wie folgt vor:

  • Gehen Sie erneut in die Skifahrerposition wie beim Einführen und pressen Sie die Vaginalmuskeln zusammen
  • Anschließend können Sie in der Vagina den Becher ertasten, da er sozusagen nach draußen gedrückt wird.
  • Greifen Sie mit zwei Fingern an den Becher und versuchen Sie den Rand des Bechers zu lösen oder den Becher zusammen zu drücken, damit der Unterdruck zwischen Becherrand und Vagina gelöst wird.
  • Entnehmen Sie den Becher anschließend und leeren ihn über der Toilette aus. Ein vorbereitetes Toilettenpapier kann dazu helfen, den Inhalt sauber zu entleeren. Anschließend wird die Menstruationskappe am Waschbecken unter fließendem Wasser ausgespült und bei Bedarf wieder eingesetzt.


Während der Periode

 

  • Der Menstruationsbecher kann 2 bis 4 mal täglich geleert werden und auch währen der Nacht in der Scheide verbleiben. Achten Sie darauf, dass nach 12 Stunden entnommen wird.
  • Während des Stuhlgangs kann die Menstruationskappe in der Vagina bleiben, nach der Toilettenbenutzung sollte die Position der Kappe geprüft werden.
  • Wenn die Kappe zuweit nach Innen gerutscht ist, die Ruhe bewahren und die Vaginalmuskeln zusammenpressen. Die Kappe rutscht anschließend von selber nach außen und kann mit den Fingern ergriffen werden.
  • Ziehen Sie nicht an dem Griff der Kappe, ohne vorher den Unterdruck mit zwei Fingern oder am Rand zu lösen. Das Ziehen unter Einwirkung des Unterdrucks kann Schmerzen verursachen.
  • Wenn Sie beim Wechseln des Cups eine Öffentliche Toilette benutzen und keine Möglichkeit haben,  ihn auszuwaschen, können Sie ihn einfach nur mit Intimtüchern oder Toilettenpapier auswischen. Es gibt Berichte darüber, dass Frauen ihn einfach mit Urin ausspülen. Inwieweit das nachzuahmen ist, kann ich hierbei nicht beurteilen.

Nach der Periode

Wenn die Regelblutung abgeklungen ist, sollte der Menstruationsbecher wieder mit kochendem Wasser desinfiziert werden. Legen Sie ihn dazu für 2 bis 3 Mintuen in eine Tasse mit kochendem Wasser.  Legen Sie Ihn am besten in ein Aufbewahrungssäckchen an einen trockenen Ort.

 

 

 

 

 

 

Weitere Tipps

  • Kochen Sie die Menstruationstasse nicht im Topf ab, sondern überbrühen Sie diese mit kochendem Wasser in einer kleinen Tasse. Überschreiten Sie dabei nicht die Dauer von 5 Minuten.
  • Waschen Sie die Tasse mit milden Reinigern oder Seifen aus, verzichten Sie auf Parfüms oder dergleichen.
  • Die Menstruationstasse ist kein Verhütungsmittel und sollte vor dem Geschlechtsverkehr entnommen werden.
  • Waschen Sie stets die Hände vor dem inneren Eingriff an der Menstruationstasse
  • Achten Sie auf die maximale Tragezeit von 12 Stunden
  • Der Menstruationsbecher beeinflusst den Feuchtigkeitshaushalt der Vagina nicht
  • Der Griff sollte sich beim Tragen innerhalb der Vagina befinden. Sollte er herausschauen, können Sie ihn vorsichtig kürzen oder ganz entfernen
  • Beim Tragen von Spiralen ist es von Vorteil das Tragen des Menstruationsbechers mit dem Frauenarzt abzuklären.
  • Die Menstruationskappe kann während sportlicher Betätigung und insbesondere beim Schwimmen getragen werden – speziell gegenüber dem Tampon hat sie den Vorteil, dass sie sich nicht mit Wasser vollsaugt, wie es beim Tampon der Fall ist.
  • Ein zusätzliches Tragen von Slipeinlagen kann Ihnen zusätzlichen Schutz gewährleisten.
  • Nach der Entbindung sollte auf das Benutzen von Menstruationsbechern verzichtet werden.

Dieser Artikel stellt keine Handlungsempfehlung dar, sondern spiegelt die persönliche Erfahrung mit der Menstruationskappe.

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