Parfuem

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Trainierte Körper und kluge Köpfe sind hilfreiche Faktoren, wenn es darum geht die Aufmerksamkeit von Mann und Frau zu erregen.Wenn es ums Verlieben geht, ist jedoch die Nase das entscheidende Organ.

Auch wenn wir besonders bei einem wichtigen Date dazu neigen, die Achseln zu deodorieren, den Hals zu parfumieren und den Atem mit Mundwasser zu erfrischen – es sind die natürlichen Körpergerüche, die dem Gegenüber signalisieren, ob Verliebtheit oder eher nur Freundschaft die Beziehung bestimmen wird.

Der perfekte Partner dank harmonierender Gene?

Eine schweizer Firma mit dem nüchternen Namen GenePartner Aldiswil hat sich zum Ziel gesetzt, eine Methode zu entwickeln, um die idealen Partner zusammenzubringen.Die Schweizer Biologin und Mitbegründerin des Unternehmens Joelle Apter ist überzeugt: “Der Richtige und die Richtige ist es nur, wenn beide biologisch zusammengehören.“

Die Methode, um das perfekte Paar zu ermitteln, ist folglich ein DNA-Test.Das vollkommene Liebesglück soll durch ausreichende Unterschiede in der Genetik garantiert werden, die Schweizer haben sich zum Ziel gesetzt, Paare mit maximaler genetischer Vielfalt zusammenzubringen.Entscheidend ist der MCH-Code.Das sind Proteine, die Bakterien und Viren an sich binden und damit die körpereigene Immunabwehr ankurbeln.So können Menschen, die über viele verschiedene MCH-Proteine verfügen, Krankheitserreger besser abwehren.Tun die sich mit einem Partner zusammen, der ebenfalls über eine hohe Anzahl unterschiedlichen Erbguts verfügt, ist das aus biologischer Sicht optimal.Denn aus einer solchen Verbindung kommen Nachkommen hervor, die sich variantenreicher an ihre Umwelt anpassen können.Weist die Genetik hingegen viele Ähnlichkeiten auf, besitzen die Nachkommen häufig eine schwächere Konstitution.

Genetische Vielfalt sorgt für gesunde Nachkommen

Wenn Menschen mit diesen aus biologischer Sicht idealen Unterschieden aufeinandertreffen, empfinden sie laut Apter dieses „seltene Gefühl perfekter Chemie.Das ist die rezeptive und begrüßende Antwort unseres Körpers, wenn Immunsysteme harmonisieren.“ Und nicht nur starke Nachkommen soll eine solche Verbindung schaffen, auch die Beziehung zwischen den Partnern hält angeblich länger und ist erfüllter.

Ein Gentest, um die Richtigen zusammen zu bringen, ist der eine Weg, unbewusst erschnüffeln sich die füreinander Bestimmten aber auch.Denn die MGC-Gene beeinflussen den Körpergeruch, die Pheromonmischung teilt sich dem Gegenüber durch den Schweißgeruch mit.Kommen sich die Köpfe und Körper näher, wird der Geruch vom Vomeronasal-Organ auf beiden Seiten der Nasenscheidewand aufgenommen.Von dort werden die Duftnoten als chemische Botenstoffe ans Gehirn und werden dort willkommen geheißen oder abwehrend bewertet.Das heißt aber nicht, dass wer noch auf der Suche ist, in Zukunft die Parfümerie meiden sollte.Der Duft von angenehmem Parfüm trägt ebenfalls zur Attraktivität bei.Nur sollte keine Duftwolke die Riechorgane der Mitmenschen total betäuben.Dezentes Auftragen ist bei Düften angesagt.

Und was ist mit sozialen Faktoren?

Und wie sieht es aus mit sozialen und psychologischen Aspekten? Was ist, wenn Menschen genetisch harmonieren aber in vollständig unterschiedlichen Milieus aufgewachsen sind, gänzlich andere politische Meinungen und moralische Überzeugungen vertreten? Solche Komponenten müsse man durchaus beachten, räumt die Biologin ein.Sie könnten auch in die Irre führen.So kommen bei Partnervermittlungen, die mit psychologischen Raster arbeiten, eine strikte Nichtraucherin und ein Raucher beispielsweise nicht zusammen, obwohl sie eigentlich genetisch perfekt harmonieren würden.

Ein schlagendes Argument dafür, dass die Genetik der entscheidende Faktor bei einer glücklichen Beziehung ist, ist damit aber nicht geliefert.Vielmehr ist die biologische Herangehensweise eine sehr starke Vereinfachung der Prozesse, die zwischen zwei Menschen ablaufen, wenn sie sich attraktiv finden.Soziologen und Psychologen wissen so auch, dass ähnliche Erfahrungen und Lebenseinstellungen eine gute Voraussetzung für eine glückliche Partnerschaft sind.Wer natürlich hauptsächlich kerngesunde Nachkommen produzieren will, dem sei ein solcher Gentest für die Partnerwahl durchaus anzuraten.Wer sich etwas mehr auf das Leben einlassen will, der sollte lieber Menschen kennen lernen, ausprobieren, Fehler machen und schließlich auf die eigene Art sein Glück finden.

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